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Gussmodellbau - TS Modelldampfmaschinen


 

Beim Gussmodellbau unterscheidet man zwischen einem wieder verwendbaren Modell und einem verlorenen Modell. Das wieder verwendbare Modell wird, so sagt es schon der Name, wieder verwendet. Diese werden meist aus Holz, Kunststoff oder Metall gefertigt. Sie können je nach Konstruktion und Formverfahren unendlich oft abgeformt werden. Beim verlorenen Modell ist nur ein Abformung möglich. Diese werden meist aus Schaumpolystyrol hergestellt. Diese Modelle werden voll in Sand oder einer anderen Einbettmasse eingeformt. Durch das Eingießen des flüssigen Metalls vergast das Schaumpolystyrol augenblicklich und die Form wird mit Metall gefüllt. Dieses Verfahren hat den Vorteil das man fast jeden Hinterschnitt gießen kann. Ebenfalls eine Variante des verlorenen Modells kommt beim Wachsausschmelzverfahren zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein Modell aus Wachs welches im Vorfeld entweder modelliert, gefräst oder in einer Silikonform gegossen wird. Das Wachsmodell wird dann in einer flüssigen Einbettmasse mit samt dem Einguss und dem Steiger eingegossen. Nach dem Aushärten der Einbettmasse wird der Wachs im Ofen ausgeschmolzen und das Eingießen kann beginnen. Nachdem das eingegossene Metall erstarrt ist wird die Formschale zerschlagen und man hält ein exakt gegossenes Teil in seinen Händen.

Ich will Ihnen nun ein paar kleine Tipps für den Bau eines wieder verwendbaren Modells geben.

Für die meisten von euch ist wohl das Schwungrad das am meisten verwendete Gussteil an einer Modelldampfmaschine. Wichtig bei einem Schwungradmodell ist die Teilung. Das heißt das Modell muss aus zwei Hälften bestehen da es sonst nur schlecht abgeformt werden kann. Des weiteren ist es wichtig, wo auch immer es möglich ist eine so genannte Hohlkehle zu schaffen. Erstens lassen sich scharfe Ecken nur sehr widerspenstig entformen und zweitens beugt dies der äußeren Lunkerbildung vor. Bevor man beginnt ein Gussmodell zu bauen muss man sich immer die Entformungsrichtung vor Augen halten. Dies ist beim Anbringen der Entformschrägen wichtig. Die Entformschrägen sollten an Oberflächen welche überarbeitet werden um die 6 Grad sein. Bei nicht zu tiefen Entformungen genügen im Notfall aber auch 1-2 Grad. Da bei mir mit Ölformsand gearbeitet wird gibt er diese Modell in der Regel gut frei. Beim Grünsandverfahren wo der Sand mit Formsandbinder versetzt ist wird dies schwieriger. Der Vorteil hierbei ist aber die Form ist nicht so empfindlich wie beim Ölsand. Nun noch zum Thema Kern. Mit Kern bezeichnet man den nicht auszugießenden Hohlraum in einem Gussstück. Das beste Beispiel für uns Dampfmodellbauer ist der Zylinder. Bei kleinen Zylindern ( bis 25mm) lohnt es nicht unbedingt einen Kern einzuformen. Für größere Zylinder ist dies jedoch von Interesse da sich der Bearbeitungsaufwand enorm reduziert. Wichtig beim Modellbau ist hier, dass dieser Kern schon als Zylindrische Stücke ( ca. 20mm lang) schon am Modell angebracht werden. Diese werden dann beim einformen mit abgebildet und dienen als Auflager für den eigentlichen Sandkern welcher in einen Kernformkasten erstellt wird. Dieser Kernformkasten bildet praktisch das Negativ zum eigentlichen Kern. Der Kernformkasten muss so gebaut werden das er zu öffnen geht, er quasi aus zwei Hälften besteht. Hierin wird dann der mit Bindemittel versetzte Kernformsand geformt und getrocknet. Der ausgetrocknete Kern wird dann in die Sandform eingelegt. Nach dem Eingießen und erstarren der Schmelze wird der Sand entfernt und man hat einen Hohlraum geschaffen.